Gefängnis für Schwarzfahren?

| von Axel Günther | 0

Rechtstipp der Woche, KW 51

Das sollten Sie vermeiden

Straßenbahn
Schwarzfahren - Kavaliersdelikt?

Leider tun es viele: Schwarzfahren. Doch was droht, wenn ich es wiederholt tue? Die Antwort:

„Man macht sich mit dem Erschleichen von Leistungen nach Paragraf 265a im Strafgesetzbuch strafbar“.

Es gibt jährlich mehr als 250.000 Strafverfolgungen wegen Erschleichens von solchen Leistungen, obwohl die Anbieter öffentlicher Verkehrsmittel durchaus nicht beim ersten oder zweiten Mal Anzeige erstatten. Neben dem Strafverfahren wird zusätzlich eine Zivilstrafe fällig, das Beförderungsentgelt in Höhe von maximal 60 Euro.

Was droht bei Anzeige? Nicht selten wird das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt, wenn es sich um Ersttäter handelt - also Menschen, die bisher in keiner Weise auffällig wurden.

Bei Wiederholungstätern steigert sich dann die Höhe der Geldstrafe. Danach gibt es eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die ganz Unbelehrbaren erhalten dann eine Gefängnisstrafe - zunächst auf Bewährung, danach droht letztlich ein Gefängnisaufenthalt von mehreren Monaten. Das kommt übrigens gar nicht so selten vor.

Jährlich landen etwa 7.000 Menschen deswegen im Gefängnis.

Tipp 1:

Die meisten Mandanten setzen darauf, dass man es auf die ersten Schwarzfahr-Versuche ankommen lassen kann - da diese ja ohnehin nicht angezeigt werden.

Doch Achtung: Oft sammeln Unternehmen die Schwarzfahrten und zeigen zum Beispiel erst bei der 20. Wiederholung an - wobei dann jedoch gleich alle Schwarzfahrten auf einmal angezeigt werden. Somit gilt man direkt als Wiederholungstäter und bekommt möglicherweise direkt eine härtere Bestrafung.

Tipp 2:

Das Flüchten bei einer Fahrkartenkontrolle ist - genau so wie der Ausbruch aus einem Gefängnis - an sich nicht strafbar.

Sind Sie aktuell betroffen?

Sollten Sie wegen Schwarzfahrens einsitzen - bitte melden Sie sich unter 03821 / 81 59 73.

 

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