Ampel rot, Handy raus?

| von Axel Günther | 0

Rechtstipp der Woche, KW 52

Entscheidend ist, ob der Motor läuft!

Smartphone im Auto
nur erlaubt bei Motorstopp

Mal eben an der roten Ampel aufs Handy schauen – ist das erlaubt?

Das Gesetz macht klare Vorgaben. In §23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) heißt es:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss.

Sobald man also am Steuer sitzt und der Motor läuft, ist es verboten, das Handy in die Hand zu nehmen und zu bedienen. Dazu gehört auch, SMS zu schreiben, Anrufe wegzudrücken oder das Display zu aktivieren, um die Uhrzeit abzulesen.

Wer sich nicht daran hält, verstößt gegen das Verkehrsrecht. Wird er dabei erwischt, sind ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Interessant sind aber immer die Ausnahmen von den festgelegten Verboten

Tipp 1

§ 23 stvo lässt folgende Ausnahme zu, bei der Sie das Handy sogar in die Hand nehmen dürfen:

Sobald der Motor ausgeschaltet ist, ist die Bedienung erlaubt. Stehen Sie also auf einem Parkplatz oder an einer Ampel, müssen Sie nur den Motor abschalten, bevor Sie das Smartphone in die Hand nehmen. Super sind diejenigen dran, deren Auto über eine Start-Stopp-Automatik verfügt, die das Auto beim Stillstand automatisch abschaltet. Das zählt auch.

Aber Achtung: Sobald die Ampel von Rot auf Grün springt und Sie wieder losfahren, müssen Sie das Smartphone auf jeden Fall aus der Hand gelegt haben. Sonst sind auch hier 60 Euro und der Punkt in Flensburg fällig.

Tipp 2

Wer sagt denn überhaupt, dass Sie das Mobiltelefon tatsächlich in der Hand gehalten hab, als Sie an der Polizeistation verbeigefahren seid? Spiegelnde Scheiben können manchmal selbst den Blick eines geübten Polizisten trüben. So kam es bereits wiederholt vor, dass übereifrige Polizeibeamten einen sich während der Fahrt mit einem Rasierapparat den Bart stutzenden Mandanten des Telefonierens beschuldigten.

Ein anderer Mandant wurde wegen eben dieser Tat bezichtigt, als er ein paar Gedanken in sein Diktiergerät sprach, wiederum ein anderer betrachtete sich - möglicherweise aus Eitelkeit - im Taschenspiegel, der tatsächlich sehr einem Mobiltelefon glich.

Lassen Sie einen Bußgeldbescheid auf keinen Fall rechtskräftig werden. Gegenwehr lohnt sich so manches mal.

 

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