Erbe mündlich benannt - genügt das?

| von Axel Günther | 0

Rechtstipp der Woche, KW 14 2021

Mündliche Bekundungen reichen meist nicht aus.

Testament

Voraussetzung für eine Erbeinsetzung ist immer das Vorhandensein eines förmlich wirksamen Testaments oder eines Erbvertrags. Eine mündliche Bekundung, auch vor Zeugen, reicht dafür nicht aus. Die Sache sieht allerdings anders aus, wenn ein Testament nicht mehr auffindbar ist. Allerdings muss nachweisbar sein, dass es diese schriftliche Testament gibt und dass es nicht vom Erblasser vernichtet worden ist. Dies würde nämlich zur Aufhebung des Testaments führen.

Eine weitere Ausnahme von der Schriftfom ist das sogenannte Nottestament. Solch ein Notfall ist z.B. gegeben, wenn der Erblasser früher sterben wird, als die Errichtung eines schriftlichen bzw. notariell beglaubigten Testaments möglich ist. Hierfür ist dann allerdings die Anwesenheit des Bürgermeisters der Gemeinde notwendig, in der sich der Erblasser aktuell aufhält. Der Bürgermeister muss zu diesem Zweck zwei Zeugen heranziehen, die dann bezeugen, dass der Wille des Erblassers auch der Wille ist, der beurkundet wird.

Zeugen dürfen dabei keine Personen sein, die in dem zu beurkundenden Testament bedacht sind oder zum Testamentsvollstrecker benannt werden.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 5 und 1.
Datenschutzhinweis:*